I Feel Like Going On Test: Ehrliche Bewertung des Sports-Memoirs

Quick Verdict
Pros
- Direkte, ungefilterte Perspektive auf eine NBA-Karriere
- Einblicke in den Alltag eines Profisportlers abseits des Spielfelds
- Ehrliche Reflexion über persönliche Herausforderungen
- Flüssig geschriebener Erzählstil mit hörbarem Rhythmus
- Hält auch ohne Sportwissen den Leser bei der Stange
Cons
- Teils unstrukturierte Chronologie der Ereignisse
- Weniger Fokus auf taktische Spielanalyse als erwartet
- Bestimmte Passagen wirken stark nachbearbeitet statt authentisch
Quick Verdict
Das Buch I Feel Like Going On: Life, Game, and Glory ist ein ehrliches Memoir eines NBA-Veteranen, das weniger über Statistiken und mehr über den Menschen hinter dem Spieler erzählt. Wer auf der Suche nach einer inspirierenden Sportler-Geschichte ist, die auch abseits des Courts funktioniert, wird hier fündig. Meine Bewertung: Solide 4 von 5 Sternen.
Was ist I Feel Like Going On?
Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, fiel mir sofort das schlichte, aber markante Cover auf — kein übertriebenes Glamour-Foto, sondern ein nachdenklicher Blick. Bei Atria Books erschienen, trägt das Buch den Untertitel "Life, Game, and Glory", und dieser Dreiklang zieht sich wie ein roter Faden durch die gut 256 Seiten. Rajon Rondo, vierfacher NBA-All-Star und aktiver Point Guard, erzählt hier seine Geschichte — nicht als glorifyertes Highlight-Reel, sondern als ehrliche Bilanz aus Höhen und Tiefen.

Was mich von Anfang an überraschte: Das Buch beginnt nicht mit dem obligatorischenDraft-Tag oder dem ersten Profispiel. Nein, Rondo startet in Louisville, Kentucky, in einer Zeit, als Basketball noch ein Zufluchtsort war, kein Beruf. Dieser Einstieg gibt dem Memoir eine Tiefe, die man bei Sportler-Büchern selten findet. Die Sprache ist direkt, manchmal fast zu conversationsl, aber gerade dadurch entsteht eine Glaubwürdigkeit, die man in Ghostwriter-glätteten Autobiografien sonst vermisst.
Key Features
- Authentischer Erzählstil direkt aus der Ich-Perspektive
- 256 Seiten hardcover mit ausgewogener Kapitelstruktur
- Enthält unveröffentlichte Anekdoten aus dem NBA-Alltag
- Thematische Schwerpunkte auf Führung, Loyalität und Überwindung
- Erstmals umfassende Stellungnahme zu früheren Teamkonflikten
- Persönliche Fotos und bisher unveröffentlichte Erinnerungen
- Erhältlich als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch
Hands-On Review
Ich habe das Buch über zwei Wochen verteilt gelesen — anfangs im Pendelzug, später abends auf dem Sofa. Die ersten Kapitel über seine Kindheit in Louisville haben mich tatsächlich gepackt. Rondo beschreibt eine Kindheit, die alles andere als glamourös war: begrenzte Mittel, der Tod des Vangers, eine Mutter, die drei Jobs gleichzeitig machte. Diese Passagen lesen sich rustikal und ehrlich, ohne in Sozialdrama abzugleiten.
Dann kommt der Sport. Und hier wird es interessant. Als Rondo über seine Zeit bei den Boston Celtics schreibt, über das Team um Paul Pierce und Kevin Garnett, spürt man die Energie dieser Jahre. Er beschreibt Trainssingslager, Spiele unter Druck, aber auch die Kameradschaft, die sich nur unter Männern entwickelt, die gemeinsam kämpfen. Was mich dabei überraschte: Rondo hadert offen mit seinem eigenen Ego. Er gibt zu, dass junge Fans manchmal besser wussten, wann sie den Mund halten mussten.
Nach der ersten Woche merkte ich allerdings, dass das Buch stellenweise an Tempo verliert. Einige Passagen über Teamwechsel und Verletzungen hätte man straffer gestalten können. Die Chronologie springt gelegentlich, und man braucht ein, zwei Kapitel, um wieder reinzufinden. Das ist kein Beinbruch — aber es zeigt, dass hier kein perfekt editierter Ghostwriter am Werk war, sondern ein Spieler, der seine eigene Geschichte erzählen wollte.
Der Höhepunkt kommt im vorletzten Kapitel, wenn Rondo über seine letzte Saison reflektiert und was er aus all den Jahren mitnimmt. Ohne zu spoilern: Es ist eine Message über вторую Chance und das Recht auf Veränderung, die auch außerhalb des Sports funktioniert.
Wer sollte es kaufen?
- Basketball-Fans, die mehr über NBA-Perspektiven erfahren wollen — Rondo bietet Einblicke, die in ESPN-Dokumentationen fehlen.
- Leser, die autobiografische Sportler-Geschichten mögen — Ähnlich wie Tim Tebows-Bücher, aber rauer und weniger poliert.
- Menschen auf der Suche nach Motivation für berufliche Neuanfänge — Die Kernmessage über Anpassung und Lernbereitschaft ist universell.
- Skip this if du ein Buch mit detaillierten Spielanalysen oder Statistiken erwartest — das ist ein Memoir, kein Fachbuch. Und wenn du grundsätzlich nichts mit amerikanischem Profisport anfangen kannst, wird auch das beste Storytelling dich nicht abholen.
Alternativen zum Überlegen
The Book of Ron — Ebenfalls von einem NBA-Veteranen, fokussiert stärker auf die taktische Seite des Spiels. Für Leser, die es analytischer mögen.
Dream Team: Die Autobiografie — Eine alternative Perspektive auf moderne NBA-Geschichten, mit mehr Fokus auf Teamdynamik während der Olympischen Spiele.
Relentless von Tim Grover — Kein klassisches Memoir, sondern ein Leadership-Buch aus der Welt des Sports. Ähnliche Zielgruppe, anderer Stil.
FAQ
Das Buch richtet sich an Basketball-Fans und Leser, die sich für authentische Sportler-Memoirs interessieren. Auch ohne Vorwissen über die NBA ist der Einstieg problemlos möglich.
Final Verdict
I Feel Like Going On ist kein perfektes Buch, aber es ist ein ehrliches. Rajon Rondo erzählt seine Geschichte so, wie er sie erlebt hat — mit allen Brüchen, Widerhaken und Momenten des Zweifels. Die Stärke liegt in den frühen Kapiteln und der Schlussreflexion; der Mittelteil könnte straffer sein. Für Basketball-Fans und Leser, die authentische Sportler-Memoirs schätzen, ist das Buch dennoch eine klare Empfehlung. Wer das Buch auf Deutsch sucht, sollte auf internationale Editionen zurückgreifen — eine deutschsprachige Ausgabe ist derzeit nicht offiziell verfügbar.