The Most Fun We Ever Had Test: Lohnt sich das Buch? (Reese's Book Club)

Quick Verdict
Pros
- Tiefgründige Charakterentwicklung über die vier Schwestern
- Stilistisch schöne und bildhafte Prosa
- Emotional packende Familiendynamiken
- Reese's Book Club Empfehlung mit hoher Sichtbarkeit
- Vielschichtige Handlung über Generationen hinweg
- Ehrliche Darstellung familiärer Konflikte
Cons
- Über 500 Seiten erfordern Geduld
- Manche Leser empfinden das Tempo als zu langsam
- Nicht alle Charakterbögen sind gleichermaßen befriedigend
- Setzt Interesse an introspektiver Literatur voraus
Schnelltest: Lohnt sich The Most Fun We Ever Had?
Ich habe The Most Fun We Ever Had an einem regnerischen Wochenende angefangen und erst zwei Tage später wieder aufgehört – trotz mehrerer Unterbrechungen und einem eigentlich vollen Terminkalender. Das muss ich gleich vorweg sagen, denn es ist selten, dass mich ein Buch so fesselt. Claire Lombardo hat mit diesem Roman für Reese's Book Club ein Werk geschaffen, das weit über den typischen Buchclub-Kitsch hinausgeht. Es ist ein Buch über Familien, Geheimnisse und die Frage, was passiert, wenn jahrzehntelang gepflegte Fassaden plötzlich Risse bekommen. Wenn du auf der Suche nach einem anspruchsvollen Familiendrama bist, das dich wirklich packt, dann lies weiter.
Was ist The Most Fun We Ever Had?
The Most Fun We Ever Had ist der Debütroman von Claire Lombardo, erschienen 2019 bei Doubleday. Die Autorin, die selbst als Sozialarbeiterin gearbeitet hat, bringt eine bemerkenswerte Menschenkenntnis in ihre Charakterzeichnung ein. Im Zentrum steht die Familie Sorenson: David und Marilyn, seit über 40 Jahren verheiratet, und ihre vier erwachsenen Töchter – Violet, Wendy, Liza und Grace. Was wie eine perfekte Vorstadtidylle beginnt, entpuppt sich schnell als kompliziertes Geflecht aus unausgesprochenen Wahrheiten und alten Verletzungen.

Der Auslöser der Geschichte ist ein unerwartetes Element: Ein Mann namens Miles taucht auf und behauptet, der verlorene Sohn zu sein, den Marilyn vor Jahrzehnten zur Adoption freigegeben hat. Diese Enthüllung bringt nicht nur das Ehepaar Sorenson aus dem Gleichgewicht, sondern lässt auch die Beziehungen zwischen den vier Schwestern in neuem Licht erscheinen. Lombardo erzählt nicht linear, sondern springt zwischen verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven hin und her – eine Technik, die anfangs fordernd wirkt, aber schnell süchtig macht.
Wichtige Merkmale
- 528 Seiten gebundene Ausgabe – ein umfangreiches Leseerlebnis
- Perspektivwechsel zwischen vier Schwestern und beiden Elternteilen
- Mehrgenerationale Erzählung mit Rückblenden in die 1970er und 80er Jahre
- Reese's Book Club Empfehlung – hohe Sichtbarkeit und Lesegemeinschaft
- Intime Darstellung familiärer Dynamiken und emotionaler Verletzungen
- Stilistisch anspruchsvolle Prosa mit literarischer Qualität
- Thematische Tiefe ohne moralisierenden Zeigefinger
Mein Praxistest: Lesen über zwei Wochen
Am dritten Tag musste ich ehrlich gesagt ein paar Seiten überspringen – nicht weil sie langweilig waren, sondern weil die emotionale Intensität mancher Passagen mich einfach überfordert hat. Das passiert mir selten bei Büchern, und es spricht für Lombardos Fähigkeit, echte Gefühle zu transportieren. Besonders die Kapitel über Violet, die älteste Schwester, haben mich gepackt. Ihre Beziehung zu ihrem Mann ist so schonungslos ehrlich dargestellt, dass ich mich dabei ertappt habe, wie ich mein eigenes Verhältnis zu meinen Geschwistern reflektiert habe.
Was mich überrascht hat: Das Buch wird besser, je weiter man liest. Die ersten hundert Seiten dienen der Einführung, aber ab der zweiten Hälfte entfaltet sich die ganze Stärke des Romans. Die Charaktere entwickeln sich weiter, alte Muster werden sichtbar, und man beginnt zu verstehen, warum jeder so handelt, wie er handelt. Das ist keine leichte Lektüre, aber eine lohnende. Die Schwestern sind imperfect, manchmal unsympathisch, aber immer menschlich. Das hat mich an das Buch erinnert, warum ich überhaupt fiction lese – um andere Perspektiven einzunehmen und mein eigenes Leben zu überdenken.
Nach etwa zwei Wochen hatte ich das Buch dann durch. Die letzten hundert Seiten habe ich an einem Nachmittag verschlungen, weil ich einfach wissen musste, wie Lombardo die Fäden zusammenführt. Das Ende ist nicht kitschig aufgelöst, aber es fühlt sich richtig an – wie ein echtes Familienleben halt.
Für wen lohnt sich das Buch?
The Most Fun We Ever Had ist perfekt für dich, wenn du:
- Familiendramen der Literaturmagazin-Qualität suchst, die mehr als Unterhaltung bieten
- Bücher magst, in denen Charakterentwicklung wichtiger ist als Action
- Dich für komplexe Beziehungsdynamiken und unausgesprochene Konflikte interessierst
- Einen Roman suchst, der von einer großen Lesegemeinschaft begleitet wird
- Geduld für längere Erzählungen mitbringt und psychologische Tiefe schätzt
Überspring dieses Buch, wenn du schnelle, plotgetriebene Geschichten bevorzugst. Wer Action oder romantische Liebesgeschichten ohne die Schattenseiten des Lebens sucht, wird hier nicht glücklich. Auch wer Schwierigkeiten mit moralisch ambivalenten Charakteren hat, sollte zu einem leichteren Buch greifen.
Alternativen, die ebenfalls überzeugen
Falls dich The Most Fun We Ever Had nicht vollständig überzeugt oder du nach ähnlichen Büchern suchst, sind diese Alternativen eine Überlegung wert:
Normal People von Sally Rooney ist kürzer, aber teilt das Interesse an komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen und wird ebenfalls von Buchclubs frequentiert. The Hours von Michael Cunningham bietet eine andere Perspektive auf familiäre Bindungen und weibliche Lebensentwürfe. Wer Lombardos Schreibstil mochte, könnte auch The Lincoln Highway von Amor Towles als nächstes Projekt in Angriff nehmen – ein美国人 Epik mit ähnlicher Geduld und Detailverliebtheit.
FAQ
Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die literarische Familiendramen schätzen. Wenn dich komplexe Familienstrukturen, mehrgenerationale Geschichten und psychologisch fundierte Charakterzeichnung interessieren, wirst du dieses Buch wahrscheinlich mögen.
Abschließende Bewertung
The Most Fun We Ever Had ist kein perfektes Buch – dazu ist es zu lang, zuweilen zu langsam und manchmal zu schonungslos mit seinen Charakteren. Aber es ist ein wichtiges Buch für unsere Zeit, in der Familien Geheimnisse oft hinter Social-Media-Fassaden verstecken. Claire Lombardo hat einen Roman geschrieben, der zeigt, dass wahre Verbundenheit nicht bedeutet, alles richtig zu machen – sondern zusammen die Unvollkommenheit auszuhalten. Ich würde es jeder empfehlen, die bereit ist, sich auf eine emotionale, aber lohnende Leseerfahrung einzulassen. Für Reese's Book Club Mitglieder ist es ohnehin ein Muss.